Mit Vollgas in die Garage


Mit Vollgas in die Garage? 

Dieter Feige, 02.2026

Als Personalberater im Bahnsektor habe ich das Privileg, viele beeindruckende Karrieren über Jahrzehnte hinweg zu begleiten. Dabei wird oft deutlich, dass das Arbeitsleben im Bahnbereich viel mehr ist als nur ein Job – es ist eine Berufung, die den Takt des gesamten Lebens vorgibt. Doch irgendwann rückt der Endbahnhof in Sicht: der Ruhestand.

In meiner täglichen Praxis erlebe ich oft, dass dieser Übergang durch Vorruhestandsregelungen oder Abfindungsmodelle zwar finanziell versüßt wird, die psychologische Komponente dabei aber völlig unterschätzt wird. Wer jahrzehntelang mit Höchstgeschwindigkeit auf der Hauptstrecke unterwegs war, für den fühlt sich das plötzliche Abstellen im Depot oft wie eine riskante Vollbremsung an. Aus der anfänglich empfundenen Befreiung wird dann schnell eine echte Herausforderung für die Betroffenen und deren Familien, weshalb ich dieses Phänomen gerne unter das Motto „Mit Vollgas in die Garage“ stelle.

Diese abrupte Veränderung führt nicht selten zu einem Identitätsvakuum, da der Beruf für viele Menschen das Selbstwertgefühl und den sozialen Status definiert. Wenn der gewohnte Fahrplan des Arbeitsalltags wegbricht, gerät die Struktur des Lebens ins Wanken, was ein Gefühl von Ziellosigkeit oder gar Isolation zur Folge haben kann, wenn das vertraute soziale Netz der Kollegen plötzlich fehlt. Selbst wenn die Rente für die Grundbedürfnisse ausreicht, nähren finanzielle Unsicherheiten und das schmerzlich vermisste Gefühl, gebraucht zu werden, eine psychische Belastung, die sich bis in die Partnerschaft auswirken kann. Wenn beide Partner plötzlich permanent auf engstem Raum „auf Sicht fahren“ müssen, ist der Stress im heimischen Bahnhof vorprogrammiert, während gleichzeitig die ersten gesundheitlichen Wehwehchen den Fokus von beruflichen Erfolgen auf körperliche Einschränkungen lenken.

Ein Blick nach Japan zeigt jedoch einen spannenden Ausweg: Dort gibt es für arbeitswillige Rentner den sogenannten „Silver Market“, eine Art spezialisierte Jobbörse für Senioren mit besonderen Qualifikationen. Ich trage mich schon länger mit dem Gedanken, ein solches Portal gezielt für den Bahnmarkt aufzubauen. Unsere Branche blutet wertvolles Know-how aus, während viele Experten eigentlich noch „Dampf auf dem Kessel“ haben und ihr Wissen gerne als Mentoren oder Berater weitergeben würden, ohne sich dem Vollzeit-Stress auszusetzen.

Was meinen Sie: Hätte ein solches Portal für unsere Branche Zukunft? Ich bin gespannt auf Ihre Perspektiven zu diesem „Un-Ruhestand“ auf Schienen!

zum Weiiterleiten: https://www.feige-business-advisors.de/publikationen/111/ 

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Q:eigener Entwurf
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Q:Eigener KI-Entwurf
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