35 Jahre Executive Search

 

35 Jahre Feige Business Advisors

Executive Search Rail & Transport

 

Dieter Feige, Oktober 2020

 

Michail Gorbatschow wurde Generalsekretär der KPdSU, das Wrack der Titanic wurde geortet, Boris Becker siegte als erster Deutscher in Wimbledon – 1985, das Gründungsjahr von Feige Business Advisors GmbH in Düsseldorf.

 

Anlässlich unseres 35-jährigen Firmenjubiläums ist ein kurzer Rückblick schon lohnenswert. Was hat sich in dieser Zeitspanne an weltpolitisch bedeutsamen Ereignissen so alles zugetragen. Die Implosion der Sowjetunion mit dem endgültigen Aus kommunistischer Planwirtschaft, im Zuge die deutsche Wiedervereinigung, wo immer noch zusammenwächst, was bis Kriegsende 1945 zusammengehörte, das Erstarken Chinas zur Wirtschaftsmacht aus dem Versuchsgelände Pudong in Shanghai, die Einführung des Euro, um nur einige Entwicklungen zu nennen. Aber auch das Aufkommen von Terrorismus im jungen dritten Jahrtausend. In der Folge immer noch schwelende Kriege in Asien und Nahost. Der „Arabische Frühling“, der keine Früchte hervorgebracht hat. Erste und ernstzunehmende Anzeichen des Klimawandels, Flüchtlingsströme aus Afrika, das Erstarken nationalistischer Tendenzen in Europa nebst Brexit. Jüngst noch der Twitter-Präsident Trump, der sich als ein Nachfahre von Baron von Münchhausen inszeniert. Im Rückblick ist jedoch vor allem ein unglaublicher technologischer Wandel zu konstatieren, der sich vor allem in der Digitalisierung in einer nie absehbaren exponentiellen Beschleunigung mit immer kürzeren Innovationssprüngen vollzogen hat. Ergo: Zwei diametrale Entwicklungen, das rasante Tempo des technologischen Fortschritts, dahingegen die aufkommende Problematik der Umweltveränderungen und Migrationsströme.

 

Das Vorgenannte sind quasi die globalen „Hintergrundprogramme“, die sich nicht unmittelbar auf unser operationales Geschäft ausgewirkt haben. Auswirkungen zeitigten in regelmäßigen Intervallen große sowie kleine Krisen, meistens Wirtschaftskrisen oder außenpolitische Konflikte. Diese Störungen waren oftmals nicht absehbar, auch ihr Ausmaß konnte nicht kalkuliert werde. Sobald sich aber die Wirtschaft wieder erholte, konnten wir mit teils großen, teils kleinen Nachwehen und Verwerfungen dort wieder fortfahren, wo wir hatten aufhören müssen.

 

Feige Business Advisors – Unsere Strecke und unsere Stationen

Auch Feige Business Advisors hat sich in den zurückliegenden 35 Jahren in zwei Etappen entwickelt. Die ersten zwölf Jahre engagierten wir uns als Executive Search Personalberatung mit Sitz in Düsseldorf für meist asiatische Kunden, um für ihre europäischen Niederlassungen und Produktionsstätten profilierte Führungskräfte aus der Branche zu gewinnen. Mit der Liberalisierung des Bahnverkehrs richten wir seit 1997 unseren Fokus auf den Bereich Rail & Transport. Wir besetzen seitdem her passgenau qualifizierte Führungskräfte für alle Disziplinen und Gewerke, die den Veränderungsprozess aktiv mitgestalten. In diesem Zuge entwickelten und vertieften wir unser Verständnis für das komplexe und umfassende „System Bahn“ und ergänzten unser Branchen-Know-how aus Infrastruktur und Betrieb um das Segment der Schienenfahrzeugtechnik. Somit ist der Eisenbahnmarkt seit nunmehr 23 Jahren eine Konstante, die sich schrittweise zu unserem heutigen ausschließlichen Beratungsschwerpunkt entwickelt hat. Dem System Schiene ist eine prosperierende Zukunft sicher, unser Credo. Reason why. Der Schienenpersonenverkehr hat neben Fernbussen die günstigste CO2-Bilanz, eine weitaus geringere Flächeninanspruchnahme gegenüber dem Auto, ein fast 130 Mal geringeres Verletzungsrisiko als der Straßenverkehr und bietet vor allem die entspanntere Beförderung von A nach B, um nur einige Vorteile zu nennen.

 

Aber kaum im Jubiläumsjahr angekommen, wurden auch wir von einem „Black-Swan-Ereignis“ überrascht, die sich rasch ausbreitende Pandemie Sars-CoV-2, die uns erst einmal mit Erstaunen die Situation einschätzen und bewerten ließ. Lockdown. Doch hieß es schnell, neue Wege zu erschließen, Homeoffice und Videokonferenzen vor allem, um die Unterstützung unserer Klienten fortgesetzt zu gewährleisten, statt den Kopf in den Sand zu stecken. Ein Teil unserer Kunden (EVU) wurde von den schlagartig gesunkenen Fahrgastzahlen äußerst hart getroffen. Ein anderer Teil (Fahrzeughersteller) erlebt Beeinträchtigungen dadurch, dass neue Aufträge hinausgeschoben werden, da die Besteller vornehmlich Liquidität aufbauen. Wiederum andere haben langfristig laufende Verträge, deren Bearbeitung hauptsächlich eine Präsenzverschiebung ins Homeoffice erforderte.

 

Eine Krise ist kein Kopfbahnhof – aber eine Weiche

Nun erleben wir in dieser Corona-Krise allerdings einen robusten Urknall, bei dem weltweit das Wirtschafts- und Gesellschaftsleben infrage gestellt wird und sich, wie aus dem Urschleim, das Leben neu organisiert. Hier kommt der Begriff der Resilienz ins Spiel, mit dem man medial nun häufig konfrontiert wird und der das Reagieren auf Katastrophen und unvorhersagbare Krisen einer Gesellschaft beschreibt. Statt in der Verwundbarkeit zu verharren, eventuell in Agonie zu fallen, ist Resilienz die dem System Gesellschaft innenwohnende Kraft, aus der Situation zu lernen und die Krise zu bewältigen, indem man sich der neuen Faktizität mit den gegebenen Möglichkeiten anpasst. Ziel ist es, das System und seine relevanten Funktionen in einer neuen Normalität zu stabilisieren. Und es passiert. Laut einer McKinsey Studie haben 75% der Bevölkerung in den USA in kürzester Zeit ihr Verhalten umgestellt. Leben, Familie, Arbeiten, Essen, Freizeit und Sport wurden auch von den Hartnäckigsten und Veränderungsunwilligsten gezwungenermaßen auf die veränderten Lebensbedingungen ausgerichtet. Diese genuine Fähigkeit ermöglicht uns eine Neubewertung unserer Lebensumstände. Wir koppeln uns ab und sind nicht länger hypnotisiert, der Geschwindigkeit des zwanghaften Wandels zu entsprechen.

 

Durch die Krise sammeln wir neue Erfahrungen. Auch das Konzept der Karriere wird infrage gestellt. Ein Trendforscher meint hierzu, dass uns die Götter des Olymps die Corona-Krise geschickt haben, damit wir uns neu erfinden. Sie hat mitten in unser Leben gegriffen, doch das bietet auch ungeheure Chancen. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ihre Business-Performance und die neue Flexibilität der Arbeitsformen in eine ausgewogene Balance zu bringen. Homeoffice ist nicht die alleinige Antwort, denn Menschen benötigen eine soziale Synchronisation, den physischen Austausch und räumliche Veränderung. Die Bayern praktizieren es mit Laptop und Lederhose schon länger.

 

Die Corona-Krise ist schon eine heftige Disruption, wie das „Great Fire of London“ vor 350 Jahren. Auf dem Ground Zero entstand das moderne London als Metropole, von der aus das British Empire regiert wurde. Grund zu einer optimistisch gestimmten Hoffnung. Oder wie es Hermann Hesse sagte.: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“.

Im Einklang mit dieser Zuversicht freuen wir uns, Sie auch weiterhin mit unserem maßgeschneiderten Service und bei der passgenauen Besetzung von Führungskräften und Expertenpositionen begleiten zu können.